ICH ENGAGIERE MICH FÜR DIE ELBPHILHARMONIE, ...

WEIL ICH ALS EHEMALIGER SEEMANN INTERESSIERT BIN AN DEM, WAS MIT DEN BAUWERKEN PASSIERT, DIE MIR NOCH ALS ZWECKBAUTEN FÜR DEN HAFENBETRIEB GELÄUFIG SIND.

Jürgen Fichtner
Hamburger aus Leidenschaft

19. Januar 2012

RÜCKBLICK: ELBPHILHARMONIE GESPRÄCH MIT PIERRE DE MEURON

Am Dienstag, den 17. Januar 2012 waren Elbphilharmonie-Architekt Pierre de Meuron und Intendant Christoph Lieben-Seutter der Einladung der Stiftung Elbphilharmonie und des Freundeskreis Elbphilharmonie + Laeiszhalle zu einem gemeinsamen Elbphilharmonie Gespräch gefolgt. Thema des Abends sollte die Architektur des Konzerthauses sein – Ziel der Stiftung war es, ihren treuen Stiftern und Spendern sowie einer interessierten Öffentlichkeit die Möglichkeit zu geben, sich über die architektonischen Besonderheiten des Projektes zu informieren und in einer anschließenden Fragerunde persönliche Rückfragen loszuwerden.

Ein Thema, das auf großes Interesse stieß: Mit rund 500 Gästen war der Kleine Saal der Laeiszhalle nahezu ausgebucht. Und auch die Medien waren mit mehreren Filmteams und Journalisten aus Hörfunk und Print vertreten.

Nach einer kurzen Begrüßung von Seiten des Stiftungsvorstands Torsten Heick eröffnete Melanie von Bismarck, die durch den Abend führte, das Gespräch. Pierre de Meuron hatte aus Basel eine Auswahl an exklusiven Bildern mitgebracht, die er dem Publikum gleich zu Beginn präsentierte. Er erklärte die architektonische Vision des Gebäudes in ihrem Ursprung, die Entstehungsgeschichte der Elbphilharmonie:

„Das Besondere an der Elbphilharmonie ist, dass das Projekt von unten hochgetragen wurde; es war die Bürgerschaft selbst, die die Begeisterung verbreitet hat.“

Eine Sicht, die durch die heutigen Bauprobleme oftmals verstellt würde – noch nie habe er ein derart komplexes Bauprojekt betreut. Wenngleich ihn die aktuellen Probleme mit dem Konzerthausdach und die Mehrkosten „bestürzt und betroffen“ machten, spüre er eine große Vorfreude auf die fertige Elbphilharmonie.

Christoph Lieben-Seutter erzählte ebenfalls von seinen sehr persönlichen Erfahrungen. Phasen der Frustration aufgrund der baulichen Schwierigkeiten habe er vor allem durch die bereits sehr erfolgreichen Elbphilharmonie Konzerte und die überwiegende Vorfreude auf sein einzigartiges Konzerthaus überwunden. Das „Eröffnungs-Schmankerl“ wolle er sich in keinem Falle entgehen lassen.

Außerdem wurde von beiden Gästen betont: Die Elbphilharmonie soll nicht für die Eliten reserviert, sondern ein Haus für alle werden. Pierre de Meuron erklärte dies mit der Plaza und den dazugehörigen Cafés und dem Ticketshop als öffentlichen Raum sowie den multifunktionalen Nutzungen des Hauses aus architektonischer Sicht. Wie zum Beispiel die Konzerthäuser in Oslo, Sydney und Reykjavík werde auch die Elbphilharmonie im Zentrum des Stadtlebens stehen und dieses auf vielfältige Weise beleben. „Die Öffentlichkeit des Projekte ist Kern des architektonischen Entwurfs“, erklärte de Meuron.

Christoph Lieben-Seutter argumentierte die breite Zugänglichkeit aus künstlerischer und preispolitischer Sicht: Das Konzertprogramm der Elbphilharmonie wolle Publika weit über die klassische Kernzielgruppe heraus ansprechen. Neben Sinfonie- und Kammermusik werde auch Jazz, Weltmusik und Pop eine Heimat in der Elbphilharmonie haben. Durch Musikvermittlungsprogramme und breit aufgestellte Outreach-Aktivitäten werde schon jetzt zur musikalischen Breitenbildung der Hamburger Region beitragen. Nicht zuletzt spielten hier auch die erschwinglichen Eintrittspreise eine Rolle, die einen niedrigschwelligen Zugang ermöglichen, so Lieben-Seutter.

Wenngleich die Gäste ihre Vorfreude auf „einen der besten Konzertsäle der Welt“ und ein innovatives Konzerthaus voller Möglichkeiten glaubhaft vermitteln konnten, machten die Fragen aus dem Publikum deutlich: Der Bedarf an aktuellen und transparenten Informationen zu den Bauverzögerungen und Kostensteigerungen in der Bevölkerung ist groß. Wir als Stiftung Elbphilharmonie erhoffen uns ebenso baldige Klarheit und bemühen uns, die uns verfügbaren Informationen stets an unsere Stifter und Spender weiterzugeben.

Für all diejenigen, die das Gespräch live nicht miterleben konnten, werden wir auf die Homepage in den nächsten Tagen ein „ElbCast“-Video mit Live-Sequenzen aus der Diskussion online stellen.

Wir freuen uns außerdem über das persönliche Feedback all derjenigen, die anwesend waren: Schreiben Sie einfach eine E-Mail an info@stiftung-elbphilharmonie.de oder rufen Sie uns an unter: 040 32 82 52 62. Vielen Dank!

© Matthias Mramor

 

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